Frohes Neues Jahr aus Stuttgart 2023

Liebe Freunde!
Wenn man die letzten 3 oder 4 Jahre vergleicht, sagen wir mit den 15 vorangegangenen, so kann man sich nur darüber wundern, wieviel sich jetzt so plötzlich und in kurzer Zeit verändert hat, während es vorher doch irgendwie ruhig und gleichmäßig gewesen war! Und 2022 hat ja nochmal alles verändert, denn es hat bei vielen von uns wie bei mir auch die Illusion entlarvt, dass die Menschheit insgesamt klüger geworden wäre und mehrheitlich verstanden hätte, dass das friedliche Miteinander selbst dann besser ist, wenn man verliert – anstatt sich mit Krieg, Leid und Tod zu überziehen. Das alles hat mir, meinem positiven Denken und meiner Zuversicht sehr zugesetzt. Aber was nützt unser Klagen schon!
Setzen wir beim Jahresbericht da wieder an, wo der letzte auch begonnen hat, bei der familiären Situation in Strasbourg: Noch in den ersten Januartagen musste ja auch die Mutter aus der Wohnung ins Krankenhaus gebracht werden, mit Corona! So befanden sich beide im Krankenhaus, und die Wohnung ohne sie und all ihren Pflege-Besuchern war plötzlich ganz leer, alles lag und stand nur noch nutz- und sinnlos herum. Schnell wurde klar, dass eine Rückkehr in die häusliche Pflege nicht mehr denkbar war, und schließlich zogen die beiden ins Pflegeheim im Zentrum von Strasbourg auf ein gemeinsames Zimmer. Von den schweren Ereignissen Anfang des Jahres haben sie sich recht gut erholt, auch wenn beide jetzt auf den Rollstuhl angewiesen sind. In der Regel bemühen wir uns um Besuchsreisen alle 14 Tage, zwischendurch gibt es gute Bekannte, die immer wieder nach dem Rechten sehen. Keine Frage also, dass das Thema Pflege und Sorge um die Eltern, nun in anderer Form, ein dominantes bleibt und unser Leben sehr ausfüllt.

Schon das letzte Schuljahr hatte Dominique ja sehr angestrengt, das neue nach den Sommerferien wurde nicht besser. Auch dort werden die Schulkinder immer anstrengender und die Anforderungen an Bürokratie und Technologie immer intensiver. Also sind weiter Kraft, Nerven und Zeiteinsatz gefragt.
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Bei mir selbst änderte sich wenig, ein bisschen zu wenig nach meinem Geschmack. Fokus Stuttgart gehört mir zwar nicht mehr, aber von Rückzug konnte ja keine Rede sein, denn es lag mir viel daran, das Geschäft aus den Tiefen der Corona-Zeit herauszuholen und zumindest auch wieder ein positives Ergebnis zu erzielen. Dies ist uns anscheinend, zumindest nach dem augenblicklichen Eindruck, gelungen. Traurig nur, dass ein Teil dieses Erfolges mit den vielen Flüchtlingen aus der Ukraine zu tun hat, die in unsere Integrationskurse drängen und nach der Zeit der Stille im Lockdown wieder für Leben in der Schule sorgen. Personalwechsel ließen mich jedoch nicht zur Ruhe kommen, und noch finde ich nicht den Ausgang, durch den ich mich verabschieden und neuen Dingen zuwenden könnte. Nun ja, so ganz bin ich ja auch noch nicht im Rentenalter angekommen.
Auch dieses abgelaufene Jahr war nicht wirklich ein intensives Reise- und Urlaubsjahr; natürlich ging es wieder nach Wien am Anfang November, außerdem ein paar Tage Sommerurlaub am Genfer See im Juli. Überhaupt haben wir sozusagen den ganzen Sommer über Urlaub gemacht, indem wir versucht haben, uns mehr oder weniger in jeder Woche einen Tag frei zu nehmen und wieder in die Umgebung zu fahren. Schade nur, dass wir oft durch die andauernde extreme Hitze des Rekordsommers in unseren Wanderplänen ausgebremst wurden und eher auf ein Schonprogramm wechselten, was dann bei der Schwarzwälder Kirschtorte oder den Maultaschen endete.
Außerdem gab es im Juni die Hochzeit meiner Nichte Annette in der Eifel. Allerdings blieb da außerhalb der schönen Feierlichkeiten wenig Zeit für eine Rückkehr auf die Spurensuche in meiner alten Heimat, denn unsere Reise dorthin zusammen mit Christoph war sehr eng getaktet, weil er gleich am nächsten Tag von Frankfurt aus in die Toskana flog. Somit bleibt der Besuch im Rheinland noch so ein Projekt für die Zukunft.
Als telc-Inspektor durfte ich im September nach Sizilien, auch das war eine interessante neue Erfahrung und gleich im Dezember im telc-Auftrag nochmal nach Wien. Das war’s dann schon.


Christoph wird wohl definitiv in Wien bleiben, denn nach dem Abschluss seiner Traineezeit im Sommer ist er bei Wien Energie fest eingestiegen und arbeitet nun im aufregenden Sektor des „Internet of Things (IoT)“. Gerade ist er mit seiner Maria in Mexiko gewesen, und voraussichtlich im Mai werden sie in eine Wohnung im neu entstehenden Nordbahnhof-Viertel ziehen. Die Baustelle und das Stadtviertel konnten wir bei unserem Besuch im November uns schon ansehen, jetzt sind wir gespannt, wie das unsere Besuche in Zukunft verändern wird.
Als ein großes Glück in diesen Zeiten dürfen wir wohl betrachten, dass es uns gesundheitlich immer noch recht gut gegangen ist. Sowohl Corona als auch die bösen Infektionen am Jahresende haben uns verschont, und wir hoffen, dass es so bleibt.
Genau dasselbe wünschen wir euch allen. Und wenn wir feststellen, dass die Jahresbilanzen immer wieder unterschiedlich gemischt ausfallen, so möge auch weiterhin uns allen der Mut erhalten bleiben, das Gute und Schöne zu erkennen und nicht daran zu zweifeln, dass es das in der ganzen Mischung auch immer noch gibt.
Alles Gute, Gesundheit, Freude und Frieden euch allen in 2023!

Dominique und Josef aus Stuttgart und Christoph aus Wien
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