Liebe Freunde!
Das Jahr 2024 geht vielleicht in unsere gefühlte Erinnerung als das Jahr der Arbeit an den großen Umbrüchen ein. Es ist ja nicht viel Dramatisches passiert, weder privat noch beruflich, aber einiges ging voran.
Dabei habe ich ja das traditionelle Pensionsalter erreicht, und eigentlich war es ja immer mein Ziel, ab diesem Zeitpunkt nur noch so viel zu arbeiten wie ich will und nicht wie ich muss. Doch der Ablösungsprozess von dem Unternehmen und damit der Gemeinschaft, die Andrina und ich vor 25 Jahren ins Leben gerufen haben, ist nicht nur organisatorisch schwierig, sondern vor allem auch emotional. Es war und besteht außerdem noch viel Ungewissheit darüber, wie es weitergehen soll, für die Mitarbeiter und auch für mich persönlich. Anfang des Jahres habe ich klar gestellt, dass ich 2024 auf jeden Fall noch ganz dabei sein würde, aber nun beginnt 2025, und da soll bald Schluss sein. Was ich dann mit meiner Zeit und mit meiner Arbeitsfreude mache, das muss sich in den nächsten 3 Monaten final entscheiden. Noch ist die Nachfolge der Leitung von Fokus Stuttgart, welcher Art auch immer, nicht geregelt. Es gibt also noch etwas zu tun. Die Zuversicht bleibt, dass es doch noch rechtzeitig klappt.

Zumindest kamen wir woanders zu einem Schlusspunkt: Schon im Vorjahr war klar geworden, dass die finanziellen Anforderungen der Pflege der Eltern Handeln erforderlich machen, und so ging es in diesem Jahr daran, die elterliche Wohnung in Strasbourg zu leeren und zu verkaufen. Zunächst beschäftigten uns die rechtlichen Schritte, dann der riesige Aufwand, bei der Einrichtung zu entscheiden, was zu behalten oder wegzugeben wäre. Schließlich wurde ein Unternehmer damit beauftragt, die Wohnung komplett zu leeren, und ein Makler kümmerte sich um den Verkauf. Am vorletzten Tag des Jahres erfolgte die Übergabe an die neue Eigentümerin, und damit schließen wir 36 Jahre in Strasbourg ab. Dieser Schritt hat mehr Bedeutung als es auf den ersten Blick erscheint, auch für uns.
Dominique musste, neben der Belastung durch die Situation in Strasbourg, sich auch an einige berufliche Neuerungen gewöhnen. Der Neubau der ISS wurde fast pünktlich fertig, und während von Theoretikern viel Lob gespendet wird für die innovativen Formen des Lernens in den offenen Räumen, tragen die Lehrer die Folgen und tun sich allesamt schwer damit. Und da auch die Schüler-Jahrgänge ja immer recht unterschiedlich ausfallen können, was Motivation, Disziplin und Konzentration angeht, kann man nicht gerade von einem stressfreien Schuljahr sprechen. Aber zumindest gibt der freie Montag die Chance, vieles zu regeln und sich auf die nächste Wochen-Herausforderung vorzubereiten.


Bei unseren Reisetätigkeiten gibt es nicht viel so viel Neues zu berichten. Wieder stand natürlich Wien am langen Wochenende des 3. Oktober auf dem Plan, wenn diesmal auch mit durchwachsenem Wetter.
Das große Highlight, von dem ich so lange geträumt hatte, war ebenfalls nur bedingt ein Schönwetter-Event: Ende Mai reisten wir mit dem Bernina-Express und dem Glacier-Express 4 Tage durch die Schweiz. Oft konnte man die beeindruckenden Landschaften hinter dem Regen-Vorhang nur erahnen, aber trotzdem war es wunderschön, und ich würde es gerne wieder einmal versuchen, gäbe es nur eine Gut-Wetter-Garantie 🙂 Bei aller Mühe und Akribie in der Planung dieser Reise – es bleiben Unwägbarkeiten, gegen die man sich nicht absichern kann!
In den Sommerferien wollten wir nochmal gründlich von der Möglichkeit profitieren, dass wir mit der Wohnung noch einen guten Ausgangspunkt für das schöne Strasbourg und die Umgebung hatten, und so verbrachten wir dort mehrere Kurzaufenthalte.
Außerdem beschäftige ich mich immer mehr mit den Fahrrad-Touren am Fluss entlang. Ein schönes Stück des Neckar-Uferweges habe ich bereits bewältigt, und für die nächste Saison habe ich mir viel vorgenommen. Mal sehen, was davon umgesetzt werden kann.


Bei Christoph in Wien hat sich alles noch weiter stabilisiert. Er mag seinen Job und lebt mit seiner Maria in einer schönen Wohnung in der „Stadt mit der höchsten Lebensqualität“. Dieses Jahr Weihnachten sind die beiden wieder bei der Familie in Mexiko, so wird es wohl Februar bis zum nächsten Wiedersehen. Und da es jetzt sogar eine durchgehende Zugverbindung gibt, stehen die Chancen ja nicht schlecht, dass wir auch in diesem Neuen Jahr wieder mal in Wien zu finden sein werden.
Seit Beginn dieser Dekade hat man sich eigentlich jedes Mal zum Jahreswechsel gewünscht, dass das kommende Jahr besser werde, und jedes Mal hat man gleichzeitig das Gefühl, dass es bis dahin immer nur noch schlimmer geworden sei. Aber geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es da einen Wendepunkt gibt!
Zeiten der Veränderung lassen einen nie ruhig, und die Jahre des großen, unverbrüchlichen Optimismus sind vielleicht vorbei. Betrachtet man die Welt als Ganzes, oder zumindest das was wir über die Medien davon mitbekommen, dann wird die Zuversicht eher nicht befördert. Und mein Ende des Berufslebens als Super-Boomer könnte mir persönlich Zweifel daran wecken, ob man sich überhaupt noch auf so viel Schönes freuen kann. Und doch ist es eine Frage der Grundeinstellung, ob man beim Verlassen einer komfortablen Unterkunft mehr die Chance auf einen Spaziergang im Freien sehen will oder ob man sich von den dunklen Wolken am Horizont davon abhalten lässt, das Interessante und Neue zu entdecken.

In diesem Sinne wünschen wir euch viele positive Blicke auf 2025 und die Neugier darauf, das Schöne in diesem Jahr zu erkennen. Vor allem aber Gesundheit, Freude und Frieden.
Dominique und Josef aus Stuttgart und Christoph aus Wien
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